Das Projekt

Im Sommersemester 2009 absolvierten alle Team-Mitglieder einen Projektkurs am Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ziel dieses Kurses war es, den angehenden Lehrern ein Gefühl dafür zu geben, wie aufwendig die Durchführung eines Projektes für die Schüler ist. Diese sollen an den Schulen neuerdings längerfristige Projekte weitgehend selbstständig und in kleinen Gruppen durchführen und präsentieren. Es erfolgt eine anschließende Bewertung, teilweise haben die Projekte sogar direkten Einfluss auf die Abschlussnoten. Ziel des Kurses war es nun, dass die Studenten unter ähnlichen Bedingungen ein eigenes, selbst gewähltes Projekt durchführen und im Anschluss präsentieren, um später in der Schule die Schülerprojekte besser begleiten zu können.

Auf der Suche nach einem Projektthema waren zwei Maßgaben entscheidend: Zum einen wollten wir etwas mit neuen Medien machen, zum anderen sollte es etwas sein, das von einem gewissen landesgeschichtlichen (Schleswig-Holstein) Interesse ist. Die Wahl fiel auf das Medium Film und als Thema wurde ein historischer Dokumentarfilm über das in Laboe liegende letzte Typ VII U-Boot ins Auge gefasst.

Angesetzt war das ganze Projekt, da ja im Rahmen eines Semesters, auf etwa drei Monate. Innerhalb dieses Zeitraumes wollten wir einen längeren, umfassenden Dokumentarfilm mit Zeitzeugeninterviews erstellen - ein Vorhaben, dass, wie wir heute wissen, unmöglich in dieser kurzen Zeit zu realisieren gewesen wäre.

Bei unseren Recherchen setzten wir uns unter anderem auch mit dem Deutschen Marinebund in Verbindung, welcher das U-Boot unterhält. Der für den Marinebund tätige Historiker Herr Dr. Witt war von der Idee sehr angetan und sicherte uns seine Unterstützung zu, äußerte jedoch auch den Wunsch, dann einen möglichst professionellen und umfassenden Film zur späteren Verwendung und Vorführung zu erhalten. Das Team, und jeder einzelne für sich, musste nun entscheiden, ob man bereit war, den erheblichen Aufwand an Arbeit und Zeit zu investieren, um eine möglichst professionelle Dokumentation zu schaffen - inzwischen war uns bewusst geworden, dass wir in den drei Monaten, die wir von der Universität aus Zeit hatten, niemals ein solch umfassendes Projekt umsetzen könnten. Wir mussten uns also entscheiden, ob wir auch bereit waren, lange nach der Beendigung des eigentlichen universitären Seminars, möglicherweise auch außerhalb jedweder Anerkennung des Projekts seitens der Universität, das Projekt fortzusetzen. Wir entschieden uns dafür.

Als wir unserem Dozenten Herrn Necker von der Möglichkeit berichteten, einen professionellen Film für den Marinebund machen zu können, war auch er von dieser Chance begeistert und sicherte uns zu, dass uns für die Fertigstellung unseres Projektes fortan keine zeitlichen Schranken gesetzt und keine Nachteile beim erfolgreichen Absolvieren seines Seminars entstehen würden.

Seither arbeiten wir in unserer freien Zeit an der Umsetzung unseres Projektes, eines historischen Dokumentarfilms zu U-995, dem letztem verbleibenden Typ VII Boot aus dem 2. Weltkrieg, welches heute in Laboe vor dem Marine-Ehrenmal als Museumsschiff dient.

Bislang finanziert das Team sich aus eigener Tasche. Kamera- und Tontechnik wurden ebenso angeschafft, wie die notwendige Software und weiteres notwendiges Material. Weit über tausend Euro sind bereits von uns in das Projekt gesteckt worden, und es ist noch nicht abzusehen, wie viel es am Ende kosten wird. Ziel ist es, nach Möglichkeit finanziell unabhängig zu bleiben, um weder Verantwortlichkeiten einer dritten Partei gegenüber aufzubauen, noch in den Verdacht zu geraten, Geschichte im Sinne einer bestimmten Interessensgruppe darzustellen.

Als Historiker ist es unser oberstes Anliegen, die Geschichte unverfälscht wiederzugeben. Die Zeit des Nationalsozialismus und des 2. Weltkrieges birgt nach wie vor viel gesellschaftlichen und politischen „Sprengstoff“. Von „Verherrlichung“ bis zu übertriebener „politischen Korrektheit“ reichen die Gefahren eines solchen Projektes, nicht nur von Seiten der Macher, sondern auch von Seiten der Öffentlichkeit. Der ungefärbten Darstellung und gewissenhaften Recherche verpflichtet, versuchen wir die Geschichte des U-Bootes U-995 filmisch darzustellen und sie so einem breiten Publikum näher zu bringen.

Der Film wird das ganze „Leben“ von U-995 zeigen: von seinem Bau, über seinen Kriegseinsatz und seiner anschließende Verwendung in der norwegischen Marine und der NATO, bis hin zur Aufstellung in Laboe als technisches Museum und Ort der Erinnerung und Mahnung. Sofern möglich, werden dabei auch Zeitzeugen zu Wort kommen, historische Aufnahmen gezeigt und Computeranimationen zur Veranschaulichung eingesetzt.

Dies ist ein äußerst ambitioniertes Projekt; mit einer Fertigstellung ist frühestens Mitte 2010 zu rechnen. Eingeschränkt durch unsere finanziellen Mittel und damit auch in unserer Technik, sowie durch noch fehlende praktische Erfahrung in der Realisation eines solch umfassenden Filmes, wird sich noch zeigen müssen, wie professionell die Dokumentation am Ende sein kann. Aber wir sind fest entschlossen, unser Möglichstes zu tun, und darüber hinaus ...